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Geschichte

21. Jahrhundert


Flügel und Klaviere gehören unverändert zu den zentralen Instrumenten des Musiklebens. Das ist nicht überraschend, denn Klavierspielen motiviert, beflügelt, und begeistert. Es befreit aus Zwängen, öffnet Herz und Sinne für das Schöne und Positive, weckt Freude am Leben. Klavierspielen dient gleichzeitig der Entspannung und Entkrampfung. Es hilft zur Besinnung, Stille, Konzentration und Meditation. Es führt uns in die Tiefen unseres Selbst und vermittelt Eigenschaften und Fähigkeiten, die sinnerfülltes Leben ermöglichen. Dazu gehört das aktive Zuhören und Eingehen auf andere Menschen. Klavierspielen fördert darüber hinaus die allgemeine Wahrnehmungs- und Erlebnisfähigkeit, aber auch die soziale Sensibilität und Kreativität. Ein bewusstes Klavierspiel beglückt, bereichert und klingt lange in uns nach. Es schenkt Motivation, Inspiration und zugleich innere Ruhe und Harmonie. Aus diesen guten Gründen ist Klavierspiel unverändert aktuell. Dass dazu gute Instrumente eine wesentliche Voraussetzung sind, ist für die in Europa ansässigen Klavierbauer seit jeher eine Selbstverständlichkeit.



2001

Klaviaturen sind das Gesicht der Pianoforteinstrumente. Sie bieten Zugang zu den Instrumenten und übertragen das Spiel der Hände auf die Hammermechaniken der Flügel und Klaviere. Jede einzelne Taste muss auf die Intentionen der Pianisten reagieren. Solcher Präzision widmet sich die Klaviaturenfabrik Kluge seit 175 Jahren. Das bis 1998 von der Gründerfamilie geführte Unternehmen ist seit 1999 Mitglied der Steinway Gruppe.



2002

Udo Schmidt-Steingraeber
Udo Schmidt-Steingraeber
Hundertfünfzig Jahre Steingraeber & Söhne in Bayreuth feiert das Unternehmen. Aus diesem Anlass begrüßt Udo Schmidt-Steingraeber im Markgräflichen Opernhaus vierhundert Ehrengäste zu einem Festkonzert mit Cyprien Katsaris. Unter den Gratulanten sind Daniel Barenboim, Alfred Brendel, Kurt Masur und Bundespräsident Johannes Rau. Zum Jubiläum gibt Steingraeber ein Theaterstück in Auftrag. Der Autor Uwe Hoppe schreibt das Ein-Personen-Theaterstück „Der Walkürenritt – oder man müsste Klavierspielen können“ das seither in Deutschland und der Schweiz öfter zur Aufführung kam.





Im Jahr 2002 wird der traditionsreichen Klaviermanufaktur Bösendorfer eine ganz besondere Ehre zuteil: In Anerkennung für die außergewöhnlichen Leistungen um die österreichische Wirtschaft erhält Bösendorfer vom Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit das Österreichische Bundeswappen verliehen. 2010 übersiedeln Verwaltung, Vertrieb, Marketing und der Bösendorfer Auswahlraum vom Standort Neu-Wien an die Produktionsstätte ins 50 Kilometer von Wien entfernte Wr.-Neustadt, wo bereits seit 1973 die Instrumente gefertigt werden. Heute, als Mitglied des Weltkonzerns Yamaha Corp., pflegt Bösendorfer unverändert die Kunst zum Bau klangvoller Instrumente und edler Verarbeitung, die Liebe zum Design, die Freundschaft zu Künstlern und natürlich die in Generationen überlieferten Traditionen des Klavierhandwerks.



2003

Die Erfolgsgeschichte von Blüthner begann 1853. Über 150.000 Instrumente hat die Julius Blüthner Pianofortefabrik seit ihrer Gründung weltweit ausgeliefert. Heute, 150 Jahre später, präsentiert sich das seit Gründung in Leipzig in Familienbesitz befindliche Unternehmen mit besonderer Dynamik. Dr. Christian Blüthner betreut das global etablierte Vertriebsnetz und die zahlreichen Tochtergesellschaften auf allen Kontinenten.



2004

Zuzana Ceralová Petrofová
Zuzana Ceralová Petrofová
140 Jahre nach Entstehung des ersten Petrof Konzertflügels wird Zuzana Ceralová Petrofová Mitglied der Geschäftsleitung von Petrof und kurz darauf Präsidentin des Unternehmens. Im gleichen Jahr wird mit Neukonstruktionen von Flügeln und Klavieren begonnen. Fünf Jahre später ist die gesamte Palette neuer Flügel auf dem Markt. In diesen Zeitraum fallen auch die Gründung einer eigenen Vertriebsgesellschaft in den Vereinigten Staaten von Amerika und der weitere Ausbau der Vertriebsaktivitäten.




2006

Paolo Fazioli
Paolo Fazioli
Im November 2006 feiert Paolo Fazioli den 25. Jahrestag der Unternehmensgründung. Was vor über dreihundert Jahren im italienischen Florenz mit dem ersten „Gravicembalo col piano e forte“ begonnen hat findet sich in der Gegenwart in Fazioli Flügeln wieder: Passion für das Hammerklavier. Gegenwärtig werden jährlich 110 bis 120 Instrumente hergestellt. Die Zusammenarbeit mit angesehenen Hochschuleinrichtungen im Rahmen von Forschungs- und Entwicklungsprojekten zeigt, dass der Qualität und der Produktverbesserung nach wie vor großes Gewicht beigemessen wird. Heute gehören Flügel aus dem Hause Fazioli in allen Baugrößen weltweit zu den Spitzenfabrikaten.

2007

Seit 125 Jahren prägt die Firma Louis Renner als innovativer Vorreiter die technische Entwicklung der Pianoindustrie. Heute ist Renner weltweit als führender Hersteller von Mechaniken und Hammerköpfen etabliert. Auch im 21. Jahrhundert bleibt es oberstes strategisches Ziel, die herausragenden Qualitäten der Renner Produkte zu pflegen und zu verbessern. Seit 2010 führt Clemens von Arnim das Unternehmen. Unter seiner Leitung ist Renner mehr denn je seinen strategischen Zielen verpflichtet.



Der Name Röslau hat in aller Welt einen ausgezeichneten Ruf, denn die Stahlsaiten aus dem Haus Röslau sind von anerkannter Güte. Mit den Geheimissen der Herstellung von Stahlsaiten für Flügel und Klaviere ist Röslau seit 125 Jahren bestens vertraut. Hochfestes Material, sorgsam gezogen und präzise kalibriert, in feinen Abstufungen. Auch das gehört zu den Grundlagen von gutem Klang.


2008

Der im Jahr 2009 bevorstehende 160. Firmengeburtstag von Seiler fällt in eine Zeit des weltweiten Umbruches der Klavierindustrie. Dabei bewährt sich erneut die langjährige Tradition des Hauses Seiler und der gute Ruf der Marke. So findet die Kitzinger Pianofortemanufaktur 2008 mit der koreanischen Samick Musical Instruments Co Ltd., einem der weltweit größten Hersteller von Flügeln und Klavieren, einen neuen Gesellschafter, unter dessen Führung die Geschichte der Seiler-Instrumente ihren Fortgang nimmt.



2009

175 Jahre nach der Gründung der Ferd. Thürmer Pianofortefabrik sind die Verbindung von Instrumentenfertigung und Konzertwesen, der direkte Kontakt zwischen Künstlern und Klavierbau ist typisch für das Unternehmen. Im Bochumer Firmengebäude liegen Konzertsaal und Werkstatt direkt nebeneinander. Der intensive Austausch zwischen Ausführenden und Herstellenden bringt immer wieder herausragende Instrumente hervor. Am einstigen Stammsitz des Unternehmens in Meissen feiert das Unternehmen das 10jährige Bestehen des von Jan Thürmer eingerichteten Pianoforte-Museums.


Seit 2009 ist Rönisch als Marke zu seinen Wurzeln zurückgekehrt. Nach der Übernahme durch die Julius Blüthner Pianofortefabrik GmbH (Großpösna bei Leipzig) firmiert das vor über 150 Jahren gegründete Unternehmen nun als „Carl Rönisch Pianofortemanufaktur GmbH“. Es ist nicht nur der Name des Gründers, sondern vor allem die Tradition der Marke, welche die Rönisch Instrumente der Gegenwart prägen und die heutige hervorragende Marktposition in Europa, Asien, Amerika, Australien und Neuseeland begründen.



Annekatrin Förster
Annekatrin Förster
Die Pflege der im Hause Förster in 150 Jahren Klavierbau erarbeiteten Handwerkskunst gehört zu den unabdingbaren Prinzipien der Klavierbauerfamilie. Nach diesen Grundsätzen handelt auch Annekatrin Förster, Sie hat das Erbe im Jahr 2008 von Ihrem Vater Wolfgang Förster übernommen und leitet nun in fünfter Generation das Unternehmen in ungebrochener Familientradition Lob und Anerkennung von Pianisten, Komponisten und Dirigenten aus aller Welt bestätigen diesen Weg. Schon Puccini komponierte unter anderem seine weltberühmten Opern „Tosca“ und „Madame Butterfly“ auf einem August Förster Instrument.


Egal ob es sich um einen Flügel, ein Piano, wertvolle Möbel oder um einen Umzug handelt, bei M+S Piano-Express reisen Ihre Güter immer erster Klasse. Die Jahre 2009 – 2012 sind geprägt von strukturellen Veränderungen. So übernimmt 2009 die JCL AG mit Sitz in Österreich zunächst 74,9 % der Anteile an der Kraus & Pabst Gruppe. Ein Jahr später erfolgt die vollständige Übernahme durch die JCL AG. Zum 1. Januar 2012 erwirbt die VELA GmbH mit Sitz in Minden (Germany) alle Geschäftsanteile der JCL Logistics Germany GmbH und deren Tochtergesellschaft JCL Transport Germany GmbH. Die beiden Firmen treten nun unter den Namen P&M Logistics GmbH und P&M Transport GmbH auf. Im Mai 2014 erwirbt die M+S Piano-Express GmbH mit Sitz in Berlin (Germany) alle Anteile der P&M Gruppe. Damit enden die Turbulenzen der unmittelbaren Vergangenheit. M+S Piano-Express fokussiert sich unverändert auf logistische Dienstleistungen für Großmusikinstrumente und unverpackte / hochwertige Möbel.


2010

Burkhard Stein
Burkhard Stein
Die Pianofortefabrik Grotrian-Steinweg blickt auf 175 Jahre Firmengeschichte zurück und befindet sich seit nunmehr sechs Generationen in Familienbesitz. Mittlerweils sind die drei Töchter von Erwin Grotrian-Steinweg, Mechthild, Irmhild und Liebhild Grotrian-Steinweg die Inhaberinnen des traditionsreichen Hauses. Zusammen mit dem Kaufmann und Klavierbauer Burkhard Stein, der seit 1999 die Geschäfte des Unternehmens führt, tragen sie die Verantwortung für den Fortbestand und die Fortentwicklung des Unternehmens, in dem sich in all den Jahren vor allem eines nie geändert hat: die Liebe zur Musik. Sie war und ist Antrieb – manchmal auch für ungewöhnliche Schritte wie beispielsweise der Bau eines einzigartigen Duoflügels, der zusammen mit einem international bekannten Pianistenehepaar entwickelt wurde.




Hannes Schimmel-Vogel
Hannes Schimmel-Vogel
Die Wilhelm Schimmel Pianofortefabrik GmbH wird 125 Jahre nach der Gründung durch Wilhelm Schimmel von Viola Schimmel, Wilhelm Nikolaus Schimmels jüngster Tochter, und ihrem Ehemann Hannes Schimmel-Vogel geführt. Mit dem Jubiläumstag wurde eine lange vorbereitete Modell- und Innovationsoffensive für alle Marken (Schimmel, Sabel by Schimmel, May Berlin) gestartet, deren äußerlichen Merkmale eine neue, wiedererkennbare Formgebung der Instrumente ist. Viele der neuen Modelle wurden mit renommierten Auszeichnungen prämiert, darunter mehrfach der red-dot-award, der Good Design Award, der iF-award, der Designpreis der Bundesrepublik Deutschland und viele andere. Die vierte Generation führt, wie schon die Vorfahren, das Unternehmen nach den Grundsätzen Qualität und Innovation und treibt die ständige Verbesserung der Instrumente immer weiter. Der Erfolg der Marke Schimmel Konzert und insbesondere des Konzertflügels K 280 sind der Familie Schimmel und allen 250 Mitarbeitern der beste Ansporn – denn die musikalische Qualität ist der Schlüssel für viele glückliche Stunden mit einem Flügel oder Klavier von Schimmel.



2012

Hundertfünfzig Jahre sind seit Gründung der Klaviermanufaktur Pfeiffer vergangen. Seit 1994 führt Dr. Georg Pfeiffer in fünfter Generation das heute in Leonberg bei Stuttgart ansässige Familienunternehmen. Dort bilden moderne Fertigung und großzügige Ausstellung mit Konzertsaal eine willkommene Symbiose für Musikliebhaber. Unverändert ist Spitzenqualität die Unternehmensphilosophie des Hauses Pfeiffer.



Seit hundert Jahren ist der Metallbearbeitungsbetrieb Wupper auch auf die Herstellung von Rollen aller Art, Spezialscharniere, Fußbefestigungen, Beschläge etc. für Flügel und Klaviere spezialisiert. Es gibt kaum ein neues in Europa gefertigtes Instrument, in dem heute nicht Wupper-Erzeugnisse zu finden sind.


Ausblick

Auch in den kommenden Jahrzehnten sind und bleiben Flügel und Klaviere Zauberkästen der Imagination. Sie sind die einzigen akustischen Musikinstrumente, mit denen man fast alle Arten von Musik darstellen kann, weil ihre farbenreiche Vielstimmigkeit die Vorstellungskraft nicht nur weckt, sondern ihr auch hinreichend Raum lässt für eigene Kreativität. So erklärt sich der immer wieder gehörte Seufzer: „Man müsste Klavierspielen können“.....!

So ist es zu verstehen, dass die meisten Schüler an deutschen Musikschulen am Klavier ausgebildet werden. Hiermit stehen wir im übrigen in Deutschland nicht alleine da. Auch in vielen anderen Ländern nimmt der Klavierunterricht die Spitzenposition bei den Schülerzahlen ein. Deshalb sind überall erstklassige Flügel und Klaviere begehrt. Vor diesem Hintergrund blicken die Mitglieder des Bundesverbandes Klavier e.V. mit Zuversicht in die Zukunft und werden die Tradition des Klavierbaus in Deutschland und Europa weiter pflegen und fortführen.



Erstklassige Instrumente sind unverzichtbar
Klassische Pianoforteinstrumente sind aus vielerlei Gründen unverzichtbar. Vor allem Markeninstrumente aus den Manufakturen der Mitglieder des Bundesverbandes Klavier e.V. sind deshalb auch in Zukunft nicht wegzudenken. Elektronische Musikinstrumente und Digitalpianos sind zwar eine bereichernde Ergänzung. Aber das Musizieren an akustischen Flügeln und Pianos ist in besonderer Weise eine persönliche Bereicherung, ein nicht in Zahlen und Fakten auszudrückender Bildungsgewinn.



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